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Erdgas galt lange Zeit als eine der attraktivsten Energiequellen für Strom, Heizung und Kraftstoff für Fahrzeuge. Unter den anderen fossilen Brennstoffen – wie zum Beispiel Erdöl und Kohle – weist es die geringsten Kohlenstoffemissionen auf. Insgesamt kostengünstiger, ist Erdgas weit verbreitet und verfügt über ein ausgedehntes und zugängliches Pipelinenetz. Da Biogas als erneuerbares Erdgas immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist seine Zukunft an der Seite von Erdgas aus geologischen Quellen zunehmend vielversprechend.
Obwohl das Wissen über Erdgas Tausende von Jahren zurückreicht, hat seine Anwendung als kommerzielle Energiequelle eine viel kürzere Geschichte. In Europa und den USA wurde Erdgas aus Kohle erstmals im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zur Beleuchtung von Straßenlaternen verwendet. 1821 entstand die erste funktionierende Erdgasbohrung im Norden des Bundesstaates New York. Kurz darauf wurde am selben Ort das erste Erdgasversorgungsunternehmen gegründet. Fast 15 Jahre später eröffnete die Stadt Philadelphia den ersten kommunalen Erdgasversorger, der bis heute besteht. In den ersten 50 Jahren des Erdgasverkaufs wurde der Brennstoff fast ausschließlich zur Beleuchtung eingesetzt. Doch als ein neues Jahrhundert anbrach, zeigte der Bunsenbrenner, dass Erdgas auch Wärme erzeugen kann. Diese Entwicklung führte zum Bau von Pipelines, um das Produkt besser von seinen Quellen zu den Verbrauchern zu transportieren. In kurzer Zeit versorgte Erdgas Haushaltsgeräte, Heizkessel und Industrieanlagen.
Der Natural Gas Act wurde 1938 vom Kongress verabschiedigt, aus der Sorge heraus, dass die Bundesregierung, da die Pipelines Staatsgrenzen überschritten, ein Interesse daran hatte, monopolistische Verhaltensweisen von Versorgern zu unterdrücken. Mit der Gründung des Bundesenergieministeriums (Department of Energy) im Jahr 1977 wurden die Regulierungsbefugnisse über Verkäufe, Transport und Preisgestaltung durch Anbieter in diesem neuen Ministerium auf Kabinettsebene zusammengefasst.
Nach Angaben der U.S. Energy Information Administration (EIA) wird der Löwenanteil des Erdgases – 36 Prozent – zur Stromerzeugung verwendet. Kurz gesagt, das Gas wird direkt unterirdisch zum Versorgungsunternehmen gepumpt, das es dann verbrennt, um Wasser zu kochen und Dampf zu erzeugen. Der Dampf wiederum treibt die Turbinen eines Generators an. Dennoch werden 33 Prozent des Erdgases für den Antrieb von Industriemaschinen verwendet; 16 Prozent dienen der Beheizung von Haushalten und der Warmwasserversorgung; 11 Prozent tun dasselbe für Gewerbegebäude; und drei Prozent werden für Autos, Busse und Lastwagen als Kraftstoff genutzt.
Biogas ist das Produkt der anaeroben Vergärung, d.h. des chemischen Zerfalls organischer Materie unter Ausschluss von Sauerstoff. Dieser mehrphasige Prozess endet mit der Freisetzung von Gas, das Methan, Kohlendioxid und verschiedene Spurenverbindungen enthält. Biogas und Erdgas haben vieles gemeinsam. Die primäre chemische Verbindung in beiden ist Methan. Beide müssen verarbeitet und aufbereitet werden, um sie für die kommerzielle Lagerung und den Transport sicher und effizient zu machen. Darüber hinaus sind ihre praktischen Anwendungen identisch: Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und Fahrzeugbetankung. Es gibt aber auch deutliche Unterschiede. Zunächst ist Biogas zutiefst erneuerbar. Organische Materie kann von den Schnittresten eines frisch gemähten Rasens bis zu Pferdemist reichen; von Lebensmittelresten, die in den Müll gelangen, bis zu verschiedenen Formen von Tierkadavern. Außerdem sind Biogas und Biokraftstoff CO₂-neutral, da ihre Emissionen so oder so in die Atmosphäre gelangen würden.
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