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Während die Vereinten Nationen und andere internationale Gremien die Bekämpfung des zerstörerischen Klimawandels zur Priorität erklärt haben, entdecken Länder auf der ganzen Welt neue Alternativen zu fossilen Brennstoffen. Manchmal werden neue Ressourcen in Dingen gefunden, die der Menschheit seit Anbeginn der Zeit zur Verfügung stehen, wie Wind und Sonnenstrahlen. Absterbende organische Materie ist ähnlich: Zersetzende Blätter und Gräser; alternde Tierkadaver und Abfälle; verrottende Lebensmittel und Nebenprodukte; sowie Abwasser sind allesamt Quellen nutzbarer Energie, die Stromnetze speisen und Automobile und Lastwagen antreiben. Die Energie ist Biogas oder, in Indien, Gobar Gas.
Wenn den oben genannten Materialien Sauerstoff entzogen wird, beginnen Bakterien, sie in unzählige chemische Verbindungen zu zerlegen. Während dieser Prozess – bekannt als anaerobe Vergärung – abläuft, entstehen Endprodukte, hauptsächlich Methan und Kohlendioxid. Es ist das Methan (CH₄), das die ertragreiche Verbindung darstellt, da es in Verbrennungsmotoren verbrannt werden kann, um entweder die Stromerzeugung zu ermöglichen oder Fahrzeuge unterschiedlicher Größe und Bauart anzutreiben. Die anaerobe Vergärung ist seit jeher ein Naturphänomen, aber die Technologie kann diese Abfolge von Ereignissen beschleunigen, um mehr Biogas zu erzeugen und es von seinen Verunreinigungen zu befreien. Biogas ist wahrnehmbar, wenn man an langjährig bestehenden Blätterhaufen oder Grasschnittmassen vorbeigeht. Der Geruch, der von diesen Haufen ausgeht, stammt vom Boden, wo kein Sauerstoff eindringen kann. Wenig wissen die Menschen von dem großen Potenzial, das in solchem Gestank steckt. Glücklicherweise ist das wissenschaftliche Wissen so weit fortgeschritten, dass die Bedingungen am Fuße eines solchen Blätterhaufens schnell und wiederholt nachgebildet werden können. Die Inputs oder das Substrat – oft Gülle, Abwasser oder andere Kompostarten – werden in einen sauerstofffreien Tank geleitet, wo das Substrat zersetzt wird und das Biogas nach oben steigt und zur Verarbeitung aufgefangen wird. Das aufgefangene Biogas enthält oft chemische Verbindungen, die die menschliche Gesundheit, die Haltbarkeit von Rohrleitungen und die gesamte Leistungseffizienz des Biogases gefährden. Daher werden während der Verarbeitungsphase verschiedene Mittel zur Gasreinigung eingesetzt. Die Reststoffe – oder Gärreste – sind nützlich als Dünger für Pflanzen, Futterzusatz, Einstreu und organische Schädlingsbekämpfungsmittel.
Die Nutzung von Gobar Gas hat enorme Auswirkungen für einen Nationalstaat wie Indien. Millionen von Haushalten in Indien verbrennen Holz – durchschnittlich etwa fünf Kilogramm täglich – zum Heizen und Kochen. Obwohl Holz manchmal als kohlenstoffneutral eingestuft wird, übersteigt die Menge, in der es verbraucht wird, die natürliche Regeneration. Diese massive Aktivität beschleunigt sowohl die Entwaldung als auch die Treibhausgasemissionen. Die gute Nachricht ist, dass private Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen daran arbeiten, Haushalte mit Biogasanlagen auszustatten. Schätzungsweise 4.000 Haushalte in Indien haben heute Zugang zu solchen Kleinproduktionsanlagen. Im weiteren Sinne ist Indien der drittgrößte Erdölimporteur der Welt. Andere arbeiten daran, diese Statistik zu senken, indem sie die enorme Menge an landwirtschaftlichen Abfällen nutzen, die täglich in Indien anfallen. Daher die Entstehung von kommerziellen Biogas- und Gobar-Gasanlagen, die die Abfälle in Elektrizität für den Handel und die Industrie umwandeln. Die Zukunft des Biogases in Indien wird weitgehend von Investitionen in die Infrastruktur abhängen. Die Regierung hofft, 5.000 neue Gobar-Gasanlagen zu bauen, um ein nationales Ziel von 36 Prozent der gesamten Energieproduktion zu erreichen. Ein zusätzlicher Vorteil liegt in der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Abfälle. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist Indien der größte Milchproduzent der Welt, was Millionen von Rindern entspricht. Mit klugen und ausreichenden Investitionen können indische Milchbauern überschüssigen Dung mit Gewinn absetzen. Darüber hinaus ist die Asche der Gärreste aus der Methangewinnung oft ein nährstoffreicherer Dünger als der Rohdung selbst.
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