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Sauer Gas

Als sauberster fossiler Brennstoff trägt Erdgas maßgeblich zur Energieunabhängigkeit der Vereinigten Staaten bei. Darüber hinaus ist es sicherer und besser lagerfähig. Es ist bei schlechtem Wetter zuverlässiger als Strom und äußerst kostengünstig. Allerdings ist es nicht von Natur aus in seinen Lagerstätten gebrauchsfertig. Meistens ist Erdgas mit „Sauergas“ kontaminiert, das Transport und Nutzung beeinträchtigt. Sauergas liegt typischerweise als Kohlendioxid (CO₂) und Schwefelwasserstoff (H₂S) vor. Damit Erdgas praktikabel ist, müssen diese sauren Komponenten vor der Verteilung und Nutzung weitgehend entfernt werden.

Was macht Gas sauer?

Wie beschrieben, bildet sich Erdgas in seinen Gesteinslagerstätten nicht ohne Begleitstoffe. H₂S – auch als Sumpfgas, Mistgas oder Kanalgas bezeichnet – ist hoch entzündlich und tödlich giftig. Wie das Erdgas selbst, entsteht H₂S über Jahrtausende aus zerfallendem Pflanzen- und Tiermaterial, das extremen Temperaturen und hohem Druck ausgesetzt war. CO₂ verhindert, dass Erdgas effizient und sicher verbrennt. Die beiden werden auch als saure Gase bezeichnet. So wie Säure Obst sauer machen kann, hat sie die gleiche Wirkung auf Erdgas. Sobald saures Erdgas gesammelt wurde, muss die Entfernung dieser Verbindungen die erste Maßnahme sein.

Welchen Schaden richten diese Gase an?

Kohlendioxid mindert den Heizwert des Erdgases. Heizwert ist ein Begriff, der sich auf die Wärmemenge bezieht, die bei der Verbrennung einer Substanz freigesetzt wird. Das heißt kurz und bündig: Sie müssen mehr davon verbrauchen als bei Gas mit höherem Wert. Schwefelwasserstoff verursacht ganz eigene Probleme. Neben seiner leichten Entflammbarkeit ist H₂S ein giftiges Gas, das Hautverbrennungen verursachen, Bindehautentzündungen in den Augen hervorrufen und zu plötzlicher Bewusstlosigkeit führen kann. Darüber hinaus frisst dieses stark korrosive Säuregas die Leitungen an, durch die es transportiert wird, was einen Ferntransport unmöglich macht. Die Entfernung ist daher absolut notwendig.

Werden diese sauren Verbindungen auch in anderen Brennstoffquellen gefunden?

Diese Substanzen sind auch in Rohöl- und Kohlelagerstätten vorhanden. Aus demselben Grund, aus dem Erdgas es erfordert, muss auch Erdöl zunächst von H₂S gereinigt werden, bevor globale und kontinentale Lieferungen dieses Marktguts stattfinden können. Die U.S. Federal Energy Regulatory Commission (FERC) hat in den letzten Jahren die Ablehnung von Rohöl unterstützt, das mehr als fünf parts per million H₂S enthält. Kohlelagerstätten beherbergen ebenfalls Schwefelwasserstoff. Das allgegenwärtige Vorkommen in Bergwerksschächten und anderswo macht die Arbeit an solchen Orten ohne strenge Sicherheitsprotokolle gefährlich. Minen, die durch Sedimentgestein gegraben wurden, weisen höhere Konzentrationen auf. Weitere Einflussfaktoren sind Kohleflözporen und Grundwasseraktivität.

Wie können schädliche Gase gemindert werden?

Angesichts der Schäden, die Sauergas verursachen kann, sollte es relativ nah an seiner Quelle behandelt werden. Vom Sammelort aus kann das Gas durch Leitungen fließen, die mit Korrosionsinhibitoren ergänzt sind. Dieses Sammelsystem von Pipelines dient dem Transport vom Bohrloch zu einer Sauergasverarbeitungsanlage. Amine oder Alkylamine sind Ammoniakderivate, an die sich das H₂S besonders bindet. Sie absorbieren den Schwefelwasserstoff, bevor das Erdgas zur weiteren Veredelung weitergeleitet wird.

Ist Sauergas das reine Böse? Oder ist es nutzbar?

Nachdem die Toxizität und Korrosivität von H₂S untersucht wurde, fällt es schwer, sich eine positive Anwendung vorzustellen. Wenn jedoch bei der Sauergasbehandlung eine signifikante Menge Schwefel vorhanden ist, kann sich eine weitere Veredelung lohnen. Sauergas ist schwerer als Sauerstoff. ONI-Sauergas (d.h. oxygen not included) ist schwerer, weil es auch CO₂ enthält. Wenn nach der Aminbehandlung zu viel Kohlendioxid im Sauergas vorhanden ist, erschwert dies die Schwefelgewinnung. In diesem Fall wird der ONI-Sauergasrest in einen vorher festgelegten unterirdischen Standort injiziert. Dies schützt die Atmosphäre vor diesen schädlichen Verbindungen.

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