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Nach den jüngsten Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der Anteil von Biogas am weltweiten Gesamtenergieverbrauch voraussichtlich steigen. Die IEA führt diese Zukunft auf kostengünstige Rohstoffe, staatliche Förderungen und den relativ höheren Preis von Erdgas zurück und stellt fest, dass die Welt bereits rund 35 Megatonnen Öläquivalent Biogas für Strom, Wärme und Warmwasser sowie als Biokraftstoff für Fahrzeuge nutzt. Dies wirft die unausweichliche Frage auf: Welche Auswirkungen hat die steigende internationale Nachfrage nach Biogas und Biomethan auf den Biogaspreis? Wird er den Weg des konventionellen Erdgases gehen?
Bereits vor 250 Jahren entdeckten Wissenschaftler das Vorhandensein von Methan bei der Untersuchung von gasförmigen Ausdünstungen aus Sümpfen. Bald darauf wurde die chemische Zusammensetzung von Methan formuliert und ernsthaft mit der Anwendung als brennbares Gas begonnen. Die Sammlung von Biogas erfolgte im gesamten 19. Jahrhundert, als es zur Beleuchtung von Straßenlaternen verwendet wurde. Grobe Biogasanlagen gab es bereits im späten 19. Jahrhundert auf Bauernhöfen, der eigentliche Durchbruch gelang jedoch 1911 in Manchester, England. Eine großtechnische Biogasanlage wurde errichtet, um Abwasser zu behandeln und Strom zu erzeugen. Nach dem Zweiten Weltkrieg litten die verwüsteten europäischen Länder unter einem gravierenden Mangel an Energie und Elektrizität. Viehmist war reichlich vorhanden, sodass Frankreich, Deutschland und andere Nationalstaaten einen erheblichen Anstieg an Biogasanlagen verzeichneten, bis billigere Quellen wieder verfügbar wurden. In den 1970er Jahren erlebten Biogasalternativen eine kurze Wiederbelebung, als Erdöllieferungen aus dem Nahen Osten blockiert oder anderweitig eingeschränkt wurden.
Die vielfältigen Anwendungen und Nutzungsmöglichkeiten von Biogas werden bei Bedarf offensichtlich. Die wachsende Besorgnis über die atmosphärische Stabilität angesichts der anhaltenden Emissionen fossiler Brennstoffe hat Unternehmen und Regierungen dazu bewogen, die Konzentration auf Kohle und Öl als primäre Energieträger zu überdenken. Darüber hinaus macht das wachsende Problem der Abfallwirtschaft die anaerobe Vergärung zu einem attraktiven Instrument für Entsorgung und Verwertung. Mittlerweile expandieren die Biogasmärkte und Unternehmen steigen in die Sammlung und Verteilung dieses neuen Mittels zur Wärmeerzeugung, Stromerzeugung und Fahrzeugbetankung ein. Die Wissenschaft hat den Wert von Biogas auch durch die Entwicklung neuer Methoden zur Reinigung von Verunreinigungen erhöht.
Der Marktpreis für Biogas wird zunächst durch die Berechnung der Produktionskosten ermittelt. Dazu gehören die Investitionen, die für den Bau einer Biogasanlage erforderlich sind, was von der Größe, dem Substrat und dem Verwendungszweck abhängt. Angesichts der Art des Substrats ist es weithin und vermutlich kostengünstig verfügbar. Einige Substrate müssen jedoch vor der anaeroben Vergärung vorbehandelt werden. Darüber hinaus kann das Gas je nach Verwendungszweck eine erhebliche Aufbereitung erfordern. Fahrzeugkraftstoff zum Beispiel wird für Transport und Lagerung hochraffiniert und komprimiert.
Prognosen von Energieanalysten sind hinsichtlich der Biogasnachfrage tendenziell positiv. Da viele Länder das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet haben, wächst der Druck auf Strom- und Kraftstoffanbieter, sich vom breiten Einsatz fossiler Brennstoffe zugunsten kohlenstoffneutraler Quellen abzuwenden. Gleichzeitig stellen Großbiogasanlagen eine erhebliche Investition für den öffentlichen und privaten Sektor dar. Im Jahr 2018 gab der Oil Price Information Service an, dass der Preis für aufbereitetes Biomethan bei etwa 30 $ pro Million British Thermal Units (BTUs) lag. Bleibt die Nachfrage stabil oder steigt sie, kann auch dieser Wert zunehmen. Viel hängt vom verwendeten Substrat und dem vorgesehenen Einsatzbereich des Biogases ab – Strom, Wärme oder Kraftstoff.
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